Fachärztin für Gynäkologie, Geburtshilfe und Zytologie

Medikamente in der Schwangerschaft

Übelkeit oder Kopfschmerzen sind zwei typische Symptome in einer Schwangerschaft, doch daneben gibt es oft noch weitere körperliche Beschwerden, die teilweise medikamentös behandelt werden müssen. Was im Alltag kein Problem ist, stellt sich in der Schwangerschaft oft als besondere Herausforderung dar, um weder Mutter noch Kind zu gefährden.

Kopfschmerzen
Auslöser der Kopfschmerzen während der Schwangerschaft ist die Hormonumstellung des Körpers der Frau. Der Östrogen-Wert sinkt und gilt als eine Ursache. Ein weiterer Grund ist ein unausgeglichener Flüssigkeitshaushalt der körpereigenen Zellen.
Um Medikamente zu vermeiden, werden in aller Regel alternative Maßnahmen empfohlen, wie Akupunktur, Entspannungsmassagen, verschiedene Entspannungstechniken oder Lymphdrainage. Aber auch die Einnahme von zusätzlichem Magnesium bringt bei vielen Frauen eine Linderung der Beschwerden. Bei der Einnahme von Schmerztabletten bitten wir Sie, uns unbedingt im Vorfeld zu fragen, um sie optimal beraten zu können. Das gleiche gilt auch für die Stillzeit nach der Schwangerschaft

Übelkeit
Vor allem im ersten Drittel der Schwangerschaft klagen viele werdende Mütter über Übelkeit. Das ist völlig normal. Trifft das auch bei Ihnen zu, sollten Sie sich Schonkost verordnen. Viele kleine und leichte Portionen im Abstand von 2-3 Stunden helfen, den Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Oftmals hilft es auch, bereits vor dem Aufstehen einen kleinen Bissen zu essen. Stellen Sie sich dazu zum Beispiel einen kleinen Teller mit Keksen oder Zwieback neben das Bett.

Manche Frauen werden stärker von Übelkeit und Erbrechen geplagt. Verschlimmert sich der Zustand bei Ihnen, sollten Sie uns um Rat fragen. Das gilt vor allem, wenn Sie mehr als drei Mal am Tag erbrechen und mehr Flüssigkeit verlieren, als Sie zu sich nehmen können. Wir können Ihnen ggf. Tipps für pflanzliche Medikamente, die Sie trotz Schwangerschaft nehmen können, geben.

Hier noch ein paar Tipps:

  • Vermeiden Sie am besten fettreiches, stark gewürztes Essen, Alkohol, Koffein und Gerüche, die bei Ihnen Übelkeit auslösen könnten.
  • Dagegen hilft viel Flüssigkeit, frische Luft, etwas Bewegung und Ruhe – am besten mehrmals täglich.
  • Aus der Hausapotheke empfiehlt sich auch Ingwer – als Tee oder Tabletten lindert er Übelkeit.


Allergikerinnen
Allergien sind schon lange keine Einzelerscheinung mehr. Bereits jede 5. werdende Mutter klagt über allergische Erkrankungen. Dabei reagiert das Immunsystem stärker als notwendig auf normalerweise harmlose Umweltstoffe. Für die Abwehrreaktionen können sowohl genetische als auch Umweltstoffe verantwortlich sein. Um das ungeborene Kind bestmöglich vor späteren Allergien zu schützen wird empfohlen, das Rauchen zu unterlassen sowie Kinder möglichst bis zum 6. Lebensmonat ausschließlich zu Stillen.

Die am häufigsten auftretende Allergie während der Schwangerschaft ist der Heuschnupfen. Hier muss zu Anfang geklärt werden, ob es sich um eine jährlich zur gleichen Zeit auftretende Allergie handelt, oder ob die Niesattaken zum ersten Mal auftreten. Lassen Sie sich in beiden Fällen uns beraten.

Generell ist es so, dass sich Haut- und Atemwegsallergien in der Schwangerschaft sowohl verschlechtern als auch verbessern können. Das ist leider nur selten vorhersehbar. In der zweiten oder dritten Schwangerschaft ist aber meist mit ähnlichen Beschwerden zu rechnen wie in der ersten. Um sicher zu gehen gilt für Schwangere wie für jeden anderen Allergiker die Empfehlung, Allergene zu meiden.

Chronische Krankheiten
Wenn die Mutter unter einer chronischen Erkrankung wie Diabetes, Asthma, Epilepsie oder Bluthochdruck leidet, war das in der Vergangenheit immer mit besonderen Risiken für Mutter und Kind verbunden. Auch heute stellen Schwangerschaften unter diesen Voraussetzungen die Mutter vor besondere Herausforderungen, damit das Kind gesund und munter zur Welt kommt. Vorsorgeuntersuchungen müssen häufiger durchgeführt werden. Das enge Zusammenwirken zwischen der Mutter, einem spezialisiertem Facharzt und dem Gynäkologen ist bei allen Risikoschwangerschaften zu empfehlen.

Wenn die Mutter an Asthma oder Epilepsie leidet, ist eine durchgehende Einnahme der Präparate besonders wichtig, um Anfälle zu vermeiden, die sowohl Mutter als auch Kind schaden könnten. Von uns muss allerdings die Ungefährlichkeit der Medikamente im Vorfeld bestätigt werden.

Durch die stark schwankenden Stoffwechselvorgänge ist bei Schwangeren mit Diabetes die korrekte Einstellung zur Regulierung des Blutzuckerspiegels deutlich schwieriger. Bei fehlerhafter Insulinversorgung erhöhen sich die Risiken für Früh- oder Fehlgeburten. Auch die Gefahr einer Fehlbildung steigt. Erleichtert wird die richtige Einstellung der Patientinnen durch häufige und regelmäßige Messungen und Vorsorgeuntersuchungen.

Die Gefahren bei Schwangerschaften von Bluthochdruck-Patientinnen sind sowohl für Mutter als auch für das Kind vielfältig. Gerade weil nicht alle Medikamente „schwangerschaftstauglich“ sind, muss der Facharzt oder Allgemeinmediziner konsultiert werden. Er nimmt auch regelmäßige Blutdruck-Messungen vor und kontrolliert Leber- und Nierenwerte.

Generelle Tipps
Heute weiß man – wenn die Mutter mit Arzneimitteln behandelt wird, wird der Embryo automatisch mitbehandelt. Je nach Stadium der Schwangerschaft ist die Beeinflussung unterschiedlich stark. Während des ersten Schwangerschaftsdrittels sind bestimmte Medikamente besonders gefährlich, da sich in dieser Zeit die Organe des Kindes bilden und es zu Fehlbildungen kommen kann. Ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel nehmen diese Gefahren wieder ab. Mit Ihrem Arzt müssen Sie daher abklären, welche Medikamente Sie einnehmen dürfen, ohne dem Ungeborenen zu schaden.

Generell gilt, dass Sie Mittel, die nicht unbedingt notwendig sind, z.B. gegen Husten oder fieberfreie Erkältungen, nicht nehmen sollten. Gleiches gilt für Schmerzmittel, da es nur wenige Medikamente mit unbedenklichen Substanzen auf dem Markt gibt. Achten Sie bei pflanzlichen Arzneimitteln darauf, dass diese ohne Alkohol hergestellt sind.

Hilfreiche Informationen zu Medikamenten in der Schwangerschaft und Stillzeit finden Sie auch auf Embryotox.