Fachärztin für Gynäkologie, Geburtshilfe und Zytologie

Impfungen

Liebe Patientinnen,

Impfungen sind aus der Gesundheitsvorsorge heutzutage nicht mehr wegzudenken. Zu groß ist der Nutzen im Vergleich zum Aufwand. Nur ein kleiner Pieks und der Körper ist für eine lange Zeit vor einer Krankheit geschützt, die vor Einführung der Impfungen oft schwere Krankheit, lebenslanges Sichtum oder den Tod bedeutete. Kein anderes Medikament kann das leisten. Hinzu kommt, dass Impfungen heute extrem wirksam, sicher und gut verträglich sind.

Doch inzwischen kann man so vielen Krankheiten durch eine Impfung vorbeugen, dass man möglicherweise leicht den Überblick verliert. Welche Impfungen sind notwendig? Wie funktioniert eine Impfung überhaupt? Wann soll ich mich am besten impfen lassen? Sind die Nebenwirkungen von Impfungen nicht gefährlich? Muss ich als erwachsene Frau mich noch gegen „Kinderkrankheiten" wie Masern, Windpocken, Röteln und Keuchhusten impfen lassen? Eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs - wie kann das denn funktionieren? Gegen Grippe muss man sich doch nicht impfen lassen - oder doch? Wie oft müssen die Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie aufgefrischt werden? Und wohne ich in einem Gebiet, in dem ich mich gegen die von Zecken übertragene FSME impfen lassen sollte?

Humane Papillomviren

Der Gebärmutterhals ist die Verbindung zwischen dem unteren Bereich der Gebärmutter zur Scheide. Dort kann eine Krebserkrankung, das so genannte Zervixkarzinom, auftreten. Voraussetzung für die Entstehung eines Zervixkarzinoms ist eine Ansteckung und langjährige Infektion mit bestimmten krebsauslösenden Humanen Papillomviren. Sie werden meist beim Geschlechtsverkehr durch direkten Haut- oder Schleimhautkontakt übertragen.

Etwa 80 % aller sexuell aktiven Menschen machen mindestens einmal in ihrem Leben eine HPV-Infektion durch. Eine Infektion wird nur in sehr seltenen Fällen von Symptomen begleitet. Bei 90 % der infizierten Frauen heilen diese Infektionen in einem Zeitraum von bis zu 2 Jahren ohne Therapie und ohne Folgen aus. Etwa 10% der betroffenen Frauen bleiben dauerhaft infiziert und können Zellveränderungen am Gebärmutterhals entwickeln. Nur etwa 1-3 % dieser Zellveränderungen entwickeln sich über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren zu einem Gebärmutterhalskrebs - die übrigen heilen meist ohne Therapie aus.

Inzwischen gibt es eine Impfung gegen Humane Papillomviren, die vor den beiden häufigsten Erregern - 16 und 18 - schützt. Dadurch können Krebsvorstufen und Krebs am Gebärmutterhals, der durch die beiden HPV-Typen ausgelöst wird, wirksam verhindert werden.

Interessanter Link zum Thema:
frauenaerzte-im-netz.de